| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1866-5381 |
| Ausgabe / Jahr: | 1 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-05-22 |
Ilse Kibgis wird am 3. Juni 1928 in Gelsenkirchen geboren. „Hier“, so schreibt Roland Kirbach in einem Zeit-Porträt über die Autorin aus dem Jahr 1991, „hat sie geheiratet, gearbeitet, ihren Sohn großgezogen. Demnächst wird sie 63 Jahre alt, und nichts spricht dafür, daß sie in ihrem Leben noch mal hier rauskommt.“ Kirbach sollte Recht behalten: Am 17. Dezember 2015 stirbt Ilse Kibgis in Gelsenkirchen-Horst. ‚Rausgekommen‘ aus dem Ruhrgebiet ist sie also nicht. Wie aber ist das zu bewerten? Und: Sollte man es überhaupt bewerten?
Der Beitrag untersucht den Zusammenhang von Arbeit und Schreiben bei Ilse Kibgis in zweifacher Hinsicht: Zum einen werden die Produktionsbedingungen der Autorin in den Blick genommen, insbesondere ihre spezifische Schreibkonstellation im Spannungsfeld von Klassenherkunft, Geschlecht sowie Lohn und Care-Arbeit.
Dieser Aufsatz untersucht den Gegensatz von arm und reich als zentrale inhaltliche wie formale Figur in der Lyrik von Ilse Kibgis. Er nimmt ein Close Reading von vier Gedichten vor, die zwei Personen(gruppen) anhand ihres sozioökonomischen Status gegenüberstellen. Es wird argumentiert, dass die Gedichte in der plakativen Abbildung soziale Hierarchien zugleich reproduzieren und kritisieren.
Die Gelsenkirchener Autorin Ilse Kibgis schreibt in vorwiegend, aber nicht ausschließlich lyrischen Texten über Alltägliches wie die Arbeitswelt, finanzielle Sorgen oder ihre Nachbarschaft. In dieses Alltags-Paradigma reiht sich im Ruhrgebiet auch der Fußball ein. Im Werk von Kibgis wird er mal anekdotisch begleitet, ein anderes Mal dient er als leicht nachvollziehbare Referenz.
Der Beitrag untersucht Ästhetiken und Diskurse des Konsums in bereits publizierter wie noch unveröffentlichter Prosa und Lyrik von Ilse Kibgis. Eine literarhistorische Einordnung der Texte in die Tradition der Warenhausliteratur ermöglicht es, Kibgis’ Literatur der Arbeitswelt und ihr Working-Class-Personal als Ergänzung zu kanonischen Darstellungen des Konsums der Leisure/Upper- und Middle-Class zu untersuchen.
Im Zentrum des Beitrages steht das Verhältnis zwischen weiblichen Arbeitswelten und poetischer Arbeit. In einem ersten Schritt werden die literarhistorischen Erzählungen zur Ruhrgebietsliteratur skizziert, zu denen eine Autorin wie Ilse Kibgis quer steht. Vor diesem Hintergrund wird in der exemplarischen Analyse der Gedichte ‚Mangelfrauen‘ und ‚Die betrogene Generation‘ gezeigt, wie sich die Texte im uneigentlichen Sprechen über den Abbau der Berge und die Generationserfahrungen verweigerter Kreativität reflexiv zum Bildbestand männlich codierter Ruhrgebiets- und Bergarbeiterliteratur verhalten und so Autorinnenschaft verhandeln.
Der Beitrag untersucht die Auseinandersetzung mit dem Wohnen in der Lyrik Ilse Kibgis’, insbesondere in ihrem Gedichtband ‚Wo Menschen wohnen‘ (1977). Im Zentrum steht die These, dass Kibgis Wohnen nicht als private oder ästhetisierte Sphäre entwirft, sondern als sozial, ökonomisch und politisch situierte Praxis.
In this special issue, we explore issues of form, which we understand both in the broadest sense of the word – anything can be form, after all – but also in the specific sense in which Victorian popular fiction existed. More specifically, we want to explore how form and function interact in the case of Victorian popular fiction; how these are mutually enabling and constitutive.
Literary sketches were a popular genre throughout the Victorian period, pioneered in the 1820s with Mary Russell Mitford’s Our Village (1824–32) and Charles Dickens’ Sketches by Boz (1833–36), both of which went through many editions across the century. Sketches were a commercially useful form since they suited periodical publication (and republication) and could be collected into volumes for different markets.
Lennard J. Davis identifies a “unique attitude towards fact and fiction” that distin¬guishes Daniel Defoe’s Roxana (1724) from earlier narratives. Drawing on Erving Goffman’s Frame Analysis (1974), Davis shows how Defoe’s preface frames his fiction as fact. Readers are compelled to “split [their] perception [into] two”, creating “the knowing reader who winks conspiratorially and the gullible, belief-suspending reader”.
This article seeks to uncover the ghost-writer(s) of Mary Elizabeth Braddon’s serialised novel Bound to John Company as published in Belgravia: A London Magazine from July 1868 to October 1869. Braddon began the novel’s serialisation, but fell ill, and another writer(s) finished the novel; to this date the other author(s)’ identity has not been disclosed.
This essay uses two novels by the popular and prolific Victorian author Charlotte Riddell, as a means of demonstrating what the comparative analysis of different formats can reveal about the culture of reprinting stories for different readerships in the 1850s–90s. Tracing how novels were revised and repackaged in increasingly popular forms demon-strates the considerations, and care, taken by authors, publishers and editors.
Ouida (Marie Louise de la Ramée, 1839–1908), a best-selling popular author and queen of the circulating libraries, was frequently lauded for the larger-than-life exuberance and vitality of both her prose and her imagination. Indeed, Ouida, with her commitment to “[a]ll that is heroic, all that is sublime, impersonal, or glorious”, adopted and vigorously defended romance over the paradigmatic Victorian realism by which nineteenth-century literature has been measured throughout the twentieth century.
Neben Poes Einwirkung auf Baudelaires Prosagedicht «Les Foules» wurden andere Einflüsse und Parallelen oft zu wenig beachtet. Hier soll gezeigt werden, wie hilfreich Baudelaires Mangeur d’opium (zusammen mit De Quinceys Originaltext Confessions of an English Opium-Eater), Le peintre de la vie moderne und andere kritische Texte Baudelaires sein können, um die Bedeutungsfülle von «Les Foules» zu erkennen. Dieses Prosagedicht stellt eine Würdigung der Künstler dar, die das moderne Großstadtleben literarisch oder bildnerisch zu erfassen suchen.
In Frankreich wie in (fast) ganz Europa haben sich vor allem die jungen Komponisten in-tensiv mit dem Werk Richard Wagners auseinandergesetzt; der wagnérisme allerdings war zunächst eher Sache der Schriftsteller: Am Anfang steht 1861 Baudelaires Tannhäuser-Schrift, die weitere Entwicklung wird u.a. von Lyrikern aus dem Umfeld des Symbolismus (Verlaine, Mallarmé und andere) geprägt.
Gadda richtet seine Kritik gegen sehr unterschiedliche Formen, Arten oder Auffassungen von Literatur, weil sie auf je eigene Weise unangemessene Bezüge zur Wirklichkeit herstellen: Sie beschönigen, vereinfachen oder verfälschen die Realität und tragen ihrer Komplexität nicht Rechnung.
Der aktuelle Band des Romanistischen Kolloquiums mit dem Thema Romanische Sprachen und Kolonialismus vereint, inklusive der Einleitung des Herausgeberteams, neun Beiträge, die in vier verschiedene Themenbereiche gegliedert sind: «Theorie, Methodologie und Geschichte der romanistischen Koloniallinguistik», «Kritische Sozio- und Koloniallinguistik», «Kolonialonomastik», sowie «Historische Koloniallinguistik».
Die Forschungen und Vorarbeiten des Comitato Centrale für die Feiern zum 100. Todestag von Arrigo Boito, der einer breiteren Öffentlichkeit vor allem als Verfasser der Libretti zu Verdis späten Opern Otello und Falstaff bekannt ist, gaben den Anstoß zum ehrgeizigen Projekt einer Nationalausgabe von Boitos Gesamtwerk, die vom Istituto per il Teatro e il Melodramma der Fondazione Giorgio Cini (Venedig) herausgegeben wird.
Der vorliegende Sammelband geht auf ein im Jahr 2023 an der Universität Paderborn durchgeführtes Symposium zurück, in dessen Rahmen die Chancen und Grenzen des digitalen und analogen Fremdsprachenlehrens und -lernens diskutiert wurden.
Grazie all’accurata traduzione del Giornale di guerra e di prigionia di Carlo Emilio Gadda firmata da Katharina List, i lettori germanofoni possono immergersi per la prima volta nel «sanguinoso pandemonio della storia» – come recita il soprattitolo tratto da un’intervista dell’autore – e seguire il groviglio ideologico ed esistenziale esperito dall’ingegnere milanese durante il primo conflitto mondiale e la sua nascita come scrittore.
Aquí se habla: Centering the Local and Personal in Spanish Language Education is an edited volume in the Critical Approaches in Applied Linguistics series that foregrounds the many tensions surrounding Spanish language education in the United States from a decidedly critical perspective.
Alzi il dito chi, in libreria, non ha mai preso un volume dalla sezione delle novità più gettonate, lo ha sfogliato e presto l’ha rimesso sulla pila mormorando ‹non mi convince…›, ma senza riuscire a spiegare precisamente perché. A una clientela di questo tipo consiglierei la lettura di Caccia allo Strega. Anatomia di un premio letterario di Gianluigi Simonetti.
Menschen aus mehrsprachigen Ländern staunen häufig darüber, wie in deutschen Filmtheatern und im Fernsehen die ursprüngliche Sprache eines Films durch Synchronsprecher verdrängt wird und der Film oft auch einen neuen Titel erhält. Der Prozess dahinter ist lehrreich, vor allem, wenn es um die Übersetzung von Kulturerzeugnissen aus mehrsprachigen Ländern geht.
Um Ihnen ein optimales Webseitenerlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Mit dem Klick auf „Alle akzeptieren“ stimmen Sie der Verwendung von allen Cookies zu. Für detaillierte Informationen über die Nutzung und Verwaltung von Cookies klicken Sie bitte auf „Anpassen“. Mit dem Klick auf „Cookies ablehnen“ untersagen Sie die Verwendung von zustimmungspflichtigen Cookies. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Einstellungen jederzeit individuell anzupassen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
