Es handelt sich, soviel sei bereits einleitend vorweggenommen, bei diesem Werk von Paolo Brusa um eine Dissertationsschrift, die im disziplinären Rahmen der deutschspra-chigen Romanistik an der Freien Universität Berlin entstand und durchaus unzeitgemäß wirkt im Vergleich zum nun schon seit Jahren zu beobachtenden und wohl nicht mehr aufzuhaltenden Trend des Faches hin zur Bevorzugung zeitgenössischer literarischer Corpora. Brusa verfolgt dagegen ein dezidiert literaturhistorisches Interesse, widmet sich mit dem Siglo de Oro der etablierten klassischen Epoche der spanischen Literatur und mit Lope de Vega einem hochkanonisierten Autor und Vielschreiber, der nicht nur als Dramatiker höchste Erfolge auf den Theaterbühnen seiner Zeit erzielte, sondern darüber hinaus auch im Bereich der Epik überaus ambitioniert und selbstbewusst agierte, wovon neben dem 1609 veröffentlichten großangelegten Versepos La Jerusalén conquistada auch der 1604 erstmals erschienene Prosaroman El peregrino en su patria zeugt, der das antike Modell des hellenistischen Romans im Stile von Heliodors Aithiopika aufgreift, ein Modell, das spätestens seit Alonso Lope Pincianos Philosophia antigua poética (1596) auch in Spanien in der poetologischen Debatte wieder präsent war.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1866-5381.2025.02.20 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1866-5381 |
| Ausgabe / Jahr: | 2 / 2025 |
| Veröffentlicht: | 2025-11-21 |
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