Cervantes’ Novelas ejemplares, seine um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert entstandenen und 1613 in Madrid publizierten zwölf (vielleicht auch nur elf) Erzählungen, sind ungebrochen bis heute Gegenstand der romanistischen Forschung; die Fülle der Publikationen, gerade in den letzten Jahrzehnten, legt eindrucksvoll Zeugnis ab von der schier unerschöpflichen Bandbreite an Fragestellungen, die die erzähltechnisch raffinierten Texte immer wieder aufs Neue eröffnen. Nicht gleichermaßen attraktiv dagegen scheinen die Novelas seit längerem auf ein nicht-wissenschaftliches Publikum zu wirken. Wo noch Autoren- wie Leserschaft der Goethezeit und Romantik ihre eigene Konzeption von Kunst und Wirklichkeit in den Werken des spanischen Meisters wiederzuerkennen glaubte und ihn als Ahnherrn adoptierte, scheint die immer wieder verblüffende experimentelle Modernität seiner novelas außerhalb eines wissenschaftlichen Diskurses seit einigen Jahrzehnten kaum ein breiteres Interesse hervorzurufen.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1866-5381.2025.02.22 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1866-5381 |
| Ausgabe / Jahr: | 2 / 2025 |
| Veröffentlicht: | 2025-11-21 |
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