Das universitäre Prekariat ist nicht erst seit der Verbalisierung durch #IchbinHanna ein Medienphänomen der eigenen Klasse. Während die 2021 ins Leben gerufene Protestbewegung insbesondere gegen die Bedingungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen Karrierephasen unter dem Druck des WissZeitVG aufbegehrt, richtet sich der Blick des niederländischen Autors Martinus Schoockius (1614–1669) sowohl auf die universitären als auch auf die gesamtgesellschaftlichen Hindernisse und Hürden der Gelehrten im 17. Jahrhundert. Dass die Argumentation im Sinne des Humanismus über die Althergebrachtheit des Problems erfolgt, entspricht dem Erwartbaren, zeigt aber einerseits den resignativen Leidensdruck eines immer wieder mit dem Scheitern konfrontierten Akteurs der Academia und andererseits die diesem Prozess inhärente Gelehrsamkeit, die sich in Beispielen aus der Antike und der zeitgenössischen Literatur manifestiert. Die Seniorität wird zudem durch Gravität unterstützt: „Diese Superlative haben das Ziel, daß sie die Zeugnisse der zitierten Autoren unangreifbar machen bzw. umgekehrt der jeweils vorgebrachten Kritik an ihnen von vornherein den Boden entziehen“. Schoockius wird zum Fürsprecher für die Leidensgenossen aus der Vergangenheit und nutzt deren Bedeutungsgröße für die eigene Position.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1866-5381.2025.02.18 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1866-5381 |
| Ausgabe / Jahr: | 2 / 2025 |
| Veröffentlicht: | 2025-11-21 |
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