Graham Swift gilt als einer der faszinierendsten Schriftsteller der britischen Gegenwartsliteratur. In seinem Buch untersucht Daniel Lea die Romane und Kurzgeschichten dieses Meisters illusionsloser Weltbetrachtung, der bislang trotz seiner überragenden Bedeutung für die Literatur und Kultur der Gegenwart keine angemessene Beachtung durch die einschlägige Forschung gefunden hat.
Swifts Erzähler sind meist Männer im mittleren Alter, denen die Mittelmäßigkeit des halb gelebten Lebens aufs Schmerzlichste bewusst wird und die elegisch auf den Optimismus ihrer Jugend zurückblicken. Allen Romanen Swifts gemeinsam, so beteuert Lea, sei die Präsentation isolierter Protagonisten, die, zerrüttet von Schwierigkeiten in Beruf, Ehe und Familie, so radikal von der Auflösung der eigenen Subjektivität bedroht seien, dass sie ihre wachsende Angst vor existenzieller Auslöschung durch den Entwurf fiktionaler Ordnungssysteme zu therapieren versuchten. Gerade die paradoxe Ontologie moderner Subjektivität im liminalen Bereich zwischen dem Nichts und dem Etwas motiviere jene Sehnsucht nach narrativer Beschwichtigung des “story telling animals”, mit dem die unbegreifliche “Realität” jenseits der Lacanschen symbolischen Ordnung in Schach gehalten werden solle, in der Regel vergeblich, wie die Romane beweisen.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1866-5381.2007.01.42 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1866-5381 |
| Ausgabe / Jahr: | 1 / 2007 |
| Veröffentlicht: | 2007-04-01 |
Seiten 203 - 206
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