Modularisierung heißt nicht zuletzt oftmals auch Monotonisierung. Im Sommer 2020 verbot eine sich gemeinhin als frei verstehende Berliner Universität ihrer Anglistik die Lehre einer James Joyce-Vorlesung im Verweis auf die unabweisbar bindenden Zwänge ihrer selbstauferlegten modularen Ordnung. Eine erste partiell modularisierungsgetriebene, wenngleich nicht durchschlagend erfolgreiche Schulbuchwelle vor einigen Jahren erbrachte eine Fülle ortsgeprägter Einführungen in die anglistisch-amerikanistische Literatur- (und Kultur-)wissenschaft. Nun scheint verstärkt das Literaturgeschichtsmodul in der Vermarktung. Die Nach-68er Generation war sich noch gewiss, dass angesichts diversifizierter Forschung kein Mensch mehr ein solches Unterfangen sinnvoll für sich allein stemmen kann. Von Christian Enzensberger gab es zu Beginn der 1980er Jahre an der Münchner Universität die für ihn einzigartig gebliebene Ankündigung einer ansonsten von Seinesgleichen als autoritär verschrieenen Vorlesung zum Grundsatzthema „Wie geht Literaturgeschichte?“, welche sodann gleichwohl, wenn vielleicht auch folgerecht, nicht stattfand.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1866-5381.2022.01.23 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1866-5381 |
| Ausgabe / Jahr: | 1 / 2022 |
| Veröffentlicht: | 2022-05-24 |
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